Flapper & Fründe: Dä Schlüssel
26. November 2015
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„El Niño“ bringt eine Veränderung, einen
Wechsel des globalen Klimas.

Die Auswirkungen machen uns Mühe, wir können
die Entwicklungen, die daraus entstehen, nur schwer abschätzen.

„El Niño“ heisst übersetzt das Kind.

Gerade im November herrscht auch bei mir in
der Praxis „El Niño“. Nach dreimonatiger Intensivtherapie haben die meisten
Kinder jetzt Logopädiepause.

In den letzten drei Monaten hat sich in meiner
Praxis ein bestimmtes Klima entwickelt. Jedes Kind hat mit seinem Wesen, seinen
Vorlieben und sprachlichen Schwierigkeiten zu diesem Klima beigetragen. Ich
habe mich daran gewöhnt.

Ich wusste jeden Tag, was mich erwartet.
Einmal zog vielleicht ein Platzregen unerwartet vorbei, einmal kam ein starker
Wind auf, meistens aber schien die Sonne. Ich lernte, mich darauf einzustellen.

Jetzt aber verändert sich alles. Meine „Niños“
gehen in Pause. Gerade jetzt, wo alles so vertraut geworden ist. Meine
therapeutischen Einwirkungen haben erste Knospen hervorgebracht. Das Wachstum
wurde gerade langsam sichtbar.

Und da – plötzlich der absolute Klimawandel!

Nun kommen neue, mir noch unbekannte „Niños“. Sie
bringen einen frischen Wind. Nichts ist mehr wie es vorher war. Ich muss mich
auf neue Gegebenheiten einstellen.

Aber auch die neuen „Niños“ werden mir mit der
Zeit vertraut werden, und ich werde mich diese drei Monate mehr und mehr mit
dem neuen Klima anfreunden.

Es ist spannend, immer wieder vor neuen
Herausforderungen zu stehen, diese anzunehmen, das neue Klima auf mich wirken
zu lassen.

Ach ja, der Rhythmus Therapie – Pause –
Therapie hat sich übrigens sehr bewährt! Nach den drei Monaten Logopause kommen
die „Niños“ sprachlich gefestigt und viel reifer wieder in die Therapie.

Cristine Koller-Imhof


Source: DLF Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband