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Seit mehr als zwei Jahren nun schreiben
Kolleginnen aus verschiedenen logopädischen Arbeitsbereichen Blog-Texte…

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Quelle: https://www.pexels.com/photo/man-person-fog-mist-3180/

Meine Nachbarin meint, dass ich für meinen
Beruf als Logopädin für erwachsene Patienten vor allem sehr viel Geduld und
viel medizinisches Wissen benötige. Meine Schwester sagt, es brauche Talent. Die Studenten entdecken im Praktikum wie viele
Fähigkeiten eine Logopädin benötigt, die rein gar nichts mit Talent zu tun haben. Diese sind aber deswegen nicht weniger wichtig: Pünktlich
sein, Anstrengung zeigen, Energie aufwenden, Leidenschaft aufbringen,
Vorbereitet-Sein und gelegentlich einen Extra-Effort zu zeigen, wird von den
Patienten sehr geschätzt. Ich bin zudem der Meinung, dass der Beruf der
Logopädin viel Balance-Vermögen benötigt. Denn unterschiedlichste Interessen
müssen abgewogen und unter einen Hut gebracht werden. 

Sind Sie, liebe Leserin oder lieber Leser,
überhaupt bis hier gekommen? Oder haben Sie bereits aufgehört zu lesen, weil
Sie nicht interessiert sind an einem neuen Blog aus der Welt der Logopädie der
Erwachsenen? Wer sind Sie überhaupt? Sind Sie die Mutter eines 4-jährigen
Jungen, der immer noch auf einen Platz bei der Logopädin wartet? Bist Du eine
Logopädie-Kollegin, die interessiert die Sorgen und Nöte einer klinischen
Logopädin verfolgt? Sind Sie eine Journalistin, die das Stichwort Logopädie bei
Google eingegeben haben?

Ich schreibe gemäss Redaktionsplan heute
meinen fünften Blog. Das Schreiben fällt mir normalerweise leicht, weil ich die
Leser als Gruppe vor mir sehe, die mir in Gedanken ihre Fragen zuspielt. An den
Blogtexten tue ich mich schwer, obwohl ich grundsätzlich gerne über meine Arbeit
und Schwerpunkte schreibe. Deshalb bitte ich meinen Mann meinen x-ten Entwurf
durchzulesen. Genervt gibt er mir das Blatt zurück und meint niederschmetternd:
„Ich komme überhaupt nicht draus! Für wen schreibst Du das eigentlich?“

Erst war ich eine Weile wütend über seinen
Kommentar und dann habe ich erkannt, dass er genau getroffen hat, was mir beim
Schreiben im Weg stand: Ich weiss nicht, für wen ich diesen Post schreibe.

Deshalb bitte ich Sie, mir das Schreiben
meiner nächsten Posts leichter zu machen. Drücken Sie unten auf den
Kommentar-Knopf. Und geben Sie bitte an, wer Sie sind. Sie
brauchen ihren Namen nicht zu nennen, sondern bloss mitzuteilen, was Sie mit
Logopädie verbindet. Sind Sie Mutter eines leseschwachen Kindes, Tochter eines
Herrn mit Schluckstörungen, betreuen Sie als Ärztin Hirnschlag-Patienten? Bitte
verlassen Sie diese Seite nicht, ohne einen Kommentar oder einen Wunsch zu hinterlassen.

Ich bedanke mich auch im Namen meiner Redaktions-Kolleginnen
für Ihren Klick auf „Kommentare“.

Sabina Hotzenköcherle


Source: DLF Deutschschweizer Logopädinnen- und Logopädenverband